Europäischer Schlittenhund/Scandinavian Hound

     

Scandinavian Hound

Eigentlich war der Name Europäischer Schlittenhund gewählt worden, um die vielen im europäischen Schlittenhundesport laufenden Jagdhundkreuzungen dem Schlittenhund zuzuordnen.
Da sich bei den meisten Hunden nachvollziehen läßt, aus welchen Ländern Europas die Elterntiere oder Zuchtlinien stammen, lag der Name „Europäischer Schlittenhund“ nahe.
Die Rasse zählt zu den neueren Schlittenhundetypen. Der Ursprung liegt in einer gezielten Kreuzung bestimmter norwegischer oder schwedischer Vorsteherhunde, die erfolgreich im Schlittenhundesport eingesetzt wurden, mit Alaskan Husky aus Attla- und G. Whright-Linien.
Unabhängig davon ist die gezielte Kreuzung mit Jagdhunden im Schlittenhundesport keine Erfindung der neunziger Jahre sondern wurde in Alaka bereits zu Beginn der 20-ziger Jahre praktiziert. Durch die Abgeschlossenheit des nordamerikanischen Rennzirkusses einerseits und den strengen Quarantänebedingungen in Skandinavien andererseits haben sich jeweils verschiedene Zuchtrichtungen entwickelt.

 

In Skandinavien ist es schon seit über 50 Jahren Tradition, mit Deutsch Kurzhaar und Englisch Pointer Rennen zu fahren. Zu Beginn der 80-ziger Jahre wurden die ersten Alaskan Huskies nach Skandinavien importiert. Aber viele der skandinavischen Musher merkten, daß, wenn sie eines Tages die alaskanischen Musher schlagen wollten, sie mit etwas Neuem aufwarten müßten. Etwas, was die Musher in Alaska nicht hatten. An diesem Punkt kamen die Jagdhunde ins Spiel und man besann sich auf den alten, aber immer noch gültigen Satz: "breed the best to the best". Man verpaarte die besten skandinavischen Deutsch Kurzhaar und Englisch Pointer mit den besten importierten Alaskan Huskies und erhielt einen neuen Schlittenhundetyp: den skandinavischen Hound. Hunde wie Labben, Finbeck, Gretzky, Mike, um nur einige zu nennen, sind Namen, die genau wie die Alaskan Huskies Lingo,Rex, Killer, Victor, Sailor, Gunner, eine Vielzahl von tollen Hunden herausgebracht haben und auch in den nächsten Jahren zuchtbestimmend sein werden.Der norwegische Vorstehhund hat im Laufe vieler Jahre jagdlicher Verwendung im gebirgigen Gelände gelernt, ausdauernd und kraftvoll am Berg zu laufen und gibt dies in der Zucht auch an seine Nachfolgegenerationen weiter. In dem Willen am Berg energisch zu laufen, ist ihm kaum ein anderer Hundetyp überlegen und wer die norwegischen und schwedischen Sportler im Wettkampf erlebt hat, war davon sicher beeindruckt.
Der Alaskan Husky gibt als genetische Anteile seine große Ausdauer und gute Ansprechbarkeit mit. Sehr wichtig ist die Vererbung der Fellqualität. Wertvoller Zuchthintergrund vieler Hunde der entsprechenden Alaskanlinien sind deren hervorragende Leaderqualitäten.
Der Europäischer Schlittenhund zeichnet sich durch ein angenehmes Wesen und eine große Athletik aus. Auf Grund seiner Charaktereigenschaften ist er nicht nur ein sehr guter Schlittenhund, sondern auch ein äußerst angenehmer Begleit- und Familienhund. Sein Haarkleid ist meist kürzer als das des Alaskan Husky, aber mit sehr viel und sehr dicker Unterwolle. Er toleriert größere Temperaturschwankungen im Winter genauso problemlos wie andere Schlittenhunde und friert bei entsprechender Vorbereitung nicht mehr als die nordischen Hundetypen.
Der Europäischer Schlittenhund besitzt einen starken Laufwillen, was sich besonders im bergigen Gelände beweist. Er liebt die Arbeit vor dem Schlitten eben so wie die Beschäftigung im freien Spiel. Zu Beginn und im Verlaufe eines Rennens zeigt sich bei den Hunden, was der Musher unter „desire to go - nach vorne drängen“ versteht.
Im Gegensatz zu reinen Jagdhunden, die in rivalisierenden Situationen dem Artgenossen gegenüber eine gewisse Aggression besitzen, hat der europäische Schlittenhund ein gutes Sozialverhalten und liebt es in Gruppen von 2-3 Hunden zu leben.
Geprägt durch seine Genetik entwickelt sich der Europäischer Schlittenhund im Vergleich zu den nordischen Hunderassen langsamer. Die körperliche Entwicklung ist oftmals erst mit 3 Jahren, besonders bei den Rüden, abgeschlossen.
Der Hundetyp zeigt sehr gute Winkelungen und Muskelansätze, die sich durch eine entsprechende körperliche Konditionierung zu sehr guten Muskelpartien entwickeln.
Die Rüden sind meist sehr groß (bis zu 72 cm Widerrist) und besitzen ein Körpergewicht bis 34 kg als erwachsener Hund. Die Hündinnen sind kleiner und leichter.
Die Ansprüche an die Fütterung sind vergleichbar mit denen eines Alaskan Husky, wobei in der Welpen- und Junghundphase großer Wert auf eine optimale Versorgung gelegt werden sollte, will man einen gesunden, leistungsfähigen Hund aufziehen. Der Europäischer Schlittenhund braucht unbedingt den nahen Kontakt zum Partner Mensch, dann ist er eine Schlittenhunderasse, auf die man nicht mehr verzichten möchte.
© by Dagmar Kriegler

Skandinavischer Hound

  Als vor einigen Jahren durch die schwedischen und norwegischen Musher sowohl reine Deutsch Kurzhaar und Englisch Pointer, als auch Skandinavische Hounds nach Deutschland kamen, nahm, bis auf wenige Insider, kaum jemand Notiz von diesen Hunden. Da meistens Pulka-Fahrer reine Deutsch Kurzhaar oder Englisch Pointer einsetzten, nahm man damals an, dass diese Hunde aufgrund Ihrer Größe und Ihres Gewichtes maximal für die vier Hundeklasse geeignet seien. Nach dem eindrucksvollen Sieg beim damaligen schwersten europäischen Etappenrennen, dem Alpirod, im Jahre 1995 durch Roger Leegard und seine Skandinavischen Hounds wurde dieses Vorurteil entkräftet. Langsam, aber stetig setzte sich dieser Hundetyp auf den europäischen Rennplätzen durch und spätestens nach der historischen Siegesserie von Egil Ellis in der Saison 1998/99, wo er alle wichtigen offenen Rennen in Alaska gewinnen konnte, hat der Skandinavische Hound seine Zucht-Leistungsprüfung bestanden.

Unabhängig davon ist die gezielte Kreuzung mit Jagdhunden im Schlittenhundesport keine Erfindung der neunziger Jahre sondern wurde in Alaka bereits zu Beginn der 20-ziger Jahre praktiziert. Durch die Abgeschlossenheit des nordamerikanischen Rennzirkusses einerseits und den strengen Quarantänebedingungen in Skandinavien andererseits haben sich jeweils verschiedene Zuchtrichtungen entwickelt.

 

In Skandinavien ist es schon seit über 50 Jahren Tradition, mit Deutsch Kurzhaar und Englisch Pointer Rennen zu fahren. Zu Beginn der 80-ziger Jahre wurden die ersten Alaskan Huskies nach Skandinavien importiert. Aber viele der skandinavischen Musher merkten, dass, wenn sie eines Tages die alaskanischen Musher schlagen wollten, sie mit etwas Neuem aufwarten müssten. Etwas, was die Musher in Alaska nicht hatten. An diesem Punkt kamen die Jagdhunde ins Spiel und man besann sich auf den alten, aber immer noch gültigen Satz: "breed the best to the best". Man verpaarte die besten skandinavischen Deutsch Kurzhaar und Englisch Pointer mit den besten importierten Alaskan Huskies und erhielt einen neuen Schlittenhundetyp: den skandinavischen Hound. Hunde wie Labben, Finbeck, Gretzky, Mike, um nur einige zu nennen, sind Namen, die genau wie die Alaskan Huskies Lingo,Rex, Killer, Victor, Sailor, Gunner, eine Vielzahl von tollen Hunden herausgebracht haben und auch in den nächsten Jahren zuchtbestimmend sein werden.

 

Der Skandinavische Hound zeichnet sich durch seine hervorragende Athletik und seinen unbändigen Spaß am Laufen aus. Es sind extrem freundliche Hunde mit einem sehr ausgeprägten Sozialverhalten. Selbst in großen Gruppen kommt es kaum zu Konflikten.

 

Die Bindung an den Menschen ist bei diesem Hundetyp sehr stark. Durch den Wunsch es seinem Musher ständig recht zu machen, ist eine leichte Trainierbarkeit gegeben. Die Fähigkeit, schnell zu lernen, ist stark ausgeprägt, so dass negative Erfahrungen im Gespann z.B. durch Herüberbeißen beim Überholen auch schnell gespeichert werden. Dieses Verhalten ist nicht als "weich" zu bezeichnen, sondern hat etwas mit Intelligenz zu tun.

 

Der Skandinavische Hound ist ein robuster, gesunder Hundetyp mit ausgesprochen guten Pfoten. Bei Temperaturen bis -25 Grad Celsius haben auch diese Hunde keinerlei Probleme mit der Kälte, evtl. kann man bei diesen Temperaturen, z.B. zum Droppen, Hundejacken verwenden. Diese Jacken gibt es in verschiedenen Ausführungen und werden z.B. bei scharfem Wind auch sehr gerne von allen anderen Hundetypen angenommen. Beim Yukon Quest oder Iditarod werden diese Jacken seit Jahren auch den noch so dick behaarten Alaskan Huskies angezogen.

 

Vor der Zucht mit diesen Hunden sollte man sich als Musher zunächst intensiv mit den verschiedenen Zuchtrichtungen befassen und auseinandersetzen. Es gibt Linien, die ausgesprochen große und kräftige Hunde hervorbringen bzw. solche, die einen sehr hohen Prozentsatz an unlimitierten Hunden produzieren. Bereits ab weniger als 50% Houndanteil ist teilweise der Nachwuchs nicht mehr äußerlich von den "klassischen" Alaskan Huskies zu unterscheiden. Der interessierte Leser sollte sich mal einige "reine" Wright Hunde ansehen und diese mit demErscheinungsbild des Skandinavischen Hounds vergleichen.

 

Der Einfluss des Skandinavischen Hounds schwappt nun auch nach Nordamerika über. Dieser Hundetyp stellt durch seine vielseitige und unkomplizierte Art sicherlich eine Bereicherung im Schlittenhundesport dar.